Waren früher nur wenige Tiere mit Flöhen befallen, so steigt die Zahl in den letzten Jahren zunehmend an. Verantwortlich dafür ist die stark angewachsene Zahl an Hunden und Katzen; sicherlich spielen aber auch die sich wandelnden klimatischen Verhältnisse eine Rolle. Flöhe kommen weltweit vor. Der Katzenfloh (Ctenocephalides felis) ist nach derzeitigem Kenntnisstand die häufigste Flohart, die am meisten bei Haustieren und in der Umgebung des Menschen zu finden ist. Daneben kann man noch häufig den Hundefloh (Ctenocephalides canis), seltener den Hühnerfloh (Ceratophyllus gallinae) und den Menschenfloh (Pulex irritans) nachweisen. Die genannten Arten sind nicht sehr wirtsspezifisch, das heißt, dass zum Beispiel ein Katzenfloh auch auf dem Menschen oder Hund und so weiter vorkommen kann.
Nur die ausgewachsenen Flöhe saugen (beide Geschlechter) täglich Blut. Danach kann der Floh den Wirt auch verlassen und die Zwischenzeit in dessen Lager verbringen. In der etwa 20–100 Minuten dauernden Saugzeit nehmen die Flöhe bis zum 20fachen ihres Gewichtes an Blut auf. Sie setzen aber große Mengen unverdaut wieder in die Umgebung ab. Etwa 20–30 der weißlichen, etwa 0,5 mm langen Eier werden vom Weibchen in Schüben von 4–8 täglich abgesetzt. So kann es schnell zu einem Massenbefall kommen. Aus dem Ei schlüpft nach 4–12 Tagen eine augenlose, durchsichtige, geborstete Larve, der so genannte Drahtwurm. Er ernährt sich von Flohkot (Blut) und organischem Material im Tierlager. Der Drahtwurm häutet sich noch zweimal zur Drittlarve, die sich einen Kokon spinnt und verpuppt.
Nach einer Puppenruhe von mindestens einer Woche schlüpfen die geschlechtsreifen Flöhe. Sie sind für etwa 1 1/2 Jahre lebensfähig. Je nach Temperatur dauert die Entwicklungszeit beim Katzenfloh mindestens 11, beim Hundefloh mindestens 18 Tage. Bei niedrigen Temperaturen oder fehlt der Wirt, kann es aber auch Monate dauern. Das Schlüpfen erfolgt durch einen Außenreiz (Trittschall), der einen neuen Wirt ankündigt. So kann es auch nach Monaten noch zu einem Massenexodus bei leerstehenden befallenen Wohnungen bei einem Neubezug kommen.
Symptome bei Flohbefall, die einem als Tier-Besitzer auffallen, sind Juckreiz, Ekzeme und Hautveränderungen. Auch allergische Reaktionen auf den Flohspeichel, mit kleinen rötlichen Pusteln unter dem Bauch, kommen vor.
Wie kann man selbst Flohbefall feststellen? Zum Beispiel durch Auskämmen mit einem Flohkamm im Rücken und Halsbereich von Hund und Katze oder beim Hund durch Duschen in heller Wanne. Bei geringem Befall kann man oft noch Flohbefall durch den Flohkot nachweisen. Man stellt sein Tier auf ein helles Küchentuch oder Küchenkrepp. Dann schubbert man das Fell seines Tieres besonders im Rücken und Halsbereich kräftig hin und her. Danach sucht man auf der hellen Unterlage nach „Kotwürstchen“, braunrote Krümel, eventuell leicht eingedreht.
Um sicher zu gehen, dass es sich nicht nur um allgemeine Dreckkörner handelt, bringt man etwas Wasser auf die Krümel. Läuft jetzt in das Küchentuch oder den Küchenkrepp eine rotbraune Spur aus, handelt es sich um Flohkot (ausgeschiedenes Blut). Aus der vorher geschilderten Floh-Entwicklung wird deutlich, dass es nichts nützt, wenn man nur sein Tier flohfrei bekommt (nur 1% der Flohpopulation), sondern dass das Hauptproblem die Umgebung des Tieres mit den Eiern und den Larven ist (99% der Flohpopulation). Nach gründlicher Reinigung der Wohnung haben sich sog. Umgebungssprays bewährt, die einen Insektenwachstumsregulator enthalten und für ca. 3–4 Monate die Entwicklung zum Floh unterbinden. Parallel sollte man auf dem Tier noch entsprechende Mittel anwenden, die die erwachsenen Flöhe (z.B. für etwa 1 Monat) abtöten. Man sollte bei Flohbefall alle Hunde und Katzen einer Wohnung behandeln. Über die jeweiligen verträglichsten Mittel für Ihren Hund oder Katze wird Sie Ihre Tierarzt umfassend beraten.
