Tipps zur Gesunderhaltung von Meerschweinchen
Wie erkenne ich, dass mein Meerschweinchen gesundheitliche Probleme hat?
| Meerschweinchen gehören mittlerweile mit zu den beliebtesten Haustieren. Gerade von Kindern, aber auch von Erwachsenen werden sie aufgrund ihrer Umgänglichkeit und Anschmiegsamkeit, aber auch wegen ihrer Intelligenz geschätzt. Meerschweinchen sind sehr soziale Tiere und sollten deshalb nur in Gruppenverbänden oder mindestens zu zweit gehalten werden. Bei Haltung von ausschließlich männlichen Tieren kommt es häufig zu heftigen Rangordnungskämpfen, so dass man die rangniedrigeren Tiere aus der Gruppe nehmen muss. Kastration der dominanten Tiere führt häufig zur Beruhigung der Aggressionen. Bei Haltung von Männchen und Weibchen wird das Männchen kastriert, um ungewünschten Nachwuchs zu vermeiden. Männliche Tier sind mit 3-12 Wochen geschlechtsreif, Weibchen mit 4-10 Wochen. |
- Ist Durchfall zu erkennen?
Der normale Kot sollte fest und in so genannter „Bohnenform“ abgesetzt werden. Der Geruch ist aromatisch, die Farbe grün-braun. Wässriger, schmieriger Kot mit hellbrauner Farbe und übel riechender Geruch ist krankhaft. - Hat der Urin die normale Färbung oder sind Blutspuren( Rotfärbung) sichtbar?
Hellgelb bis dunkelgelb ist die normale Farbe des Urins. Bei z.B. Fütterung von Karotten oder Rote Beete kann es durch pflanzliche Farbstoffe zu Rotfärbungen im Urin kommen. Treten diese Veränderungen in Folge mehrfach auf, können die Ursache Blasensteine, Blasenentzündungen oder auch Tumore sein. - Welches Futter soll angeboten werden?
Pro Tier sollte maximal ein Esslöffel Kraftfutter pro Tag angeboten werden. Unerlässlich ist qualitativ hochwertiges Raufutter wie Stroh und Heu in ausreichender Menge. Grünfutter in kleinen Mengen wird gerne angenommen. Darauf achten, dass keine Düngemittel bei Salaten, Karotten, Gurken etc. verwendet wurden (biologisch angebaut oder selbst gepflanzt).
![]() | Tipp: Wiegen sie ihre Meerschweinchen einmal pro Woche und notieren sie das Gewicht. Viele Erkrankungen beginnen mit einer kaum wahrnehmbaren Reduzierung der Futteraufnahme und folglich mit einem Gewichtsverlust. Eine weitere wichtige Vorsorgeuntersuchung ist das genaue Betrachten und Abtasten seines Tieres (mindestens einmal pro Woche). Beachten sie dabei: |
- Fellveränderungen
Das gesunde Fell ist glänzend, dicht und ohne Auflagerungen. Weißliche Beläge oder Schuppen, sowie kahle Stellen und/oder Juckreiz sind Anzeichen von Milbenbefall, Pilzerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen oder Verletzungen. - Umfangsvermehrungen (Haut, Bauch)
Meerschweinchen neigen zur „Atherombildung“. Atherome sind gutartige mit vermehrter Talgbildung einhergehende Entartungen von Hautdrüsen. Diese Zubildungen können sehr groß werden und zu Druckschmerzen und Entzündungen führen.
Wichtig: häufig werden weibliche Tiere als dick und kräftig angesehen, aber gerade hier könne Eierstockszysten oder Tumore der Gebärmutter diesen Eindruck erwecken. Häufig kann bei den so erkrankten Tieren die Wirbelsäule deutlich tasten. - Zustand der Krallen und Pfoten
Krallenpflege ist bei Meerschweinchen in regelmäßigen Abständen notwendig, da die Tiere diese bei Käfighaltung nicht genügend abnutzen. Im Ballenbereich kommt es gerne bei schweren, großen Meerschweinchen zu schmerzhaften Ballengeschwüren. Diese müssen unbedingt tierärztlich versorgt werden. Vorsorge kann man durch eine weiche und saubere Einstreu betreiben. - Veränderungen im Kopfbereich
Achten Sie auf Nasen- oder Augenausfluss. Kommt dies vermehrt vor oder ist sogar die Farbe des Sekretes gelb oder gelbgrünlich? Ursachen dafür sind Infektionen oder auch Zahnerkrankungen.Vermehrter Speichelfluss am Kinn und unnatürliche Kaubewegungen, sowie Fressunlust sind fast immer ein Zeichen für Zahnerkrankungen.
Tipp: Sind die vorderen Schneidezähne schräg abgerieben, können Zahnfehlstellungen wie z.B. Hakenbildung an den Backenzähnen die Ursache sein. Solche Fehlstellungen müssen tierärztlich versorgt werden.
Der Überblick soll den Meerschweinchenbesitzern eine kleine Hilfe bei der Früherkennung von Krankheiten ihres Meerschweinchens sein Es gilt die Devise: Je früher eine Erkrankung erkannt und behandelt wird, desto größer und schneller der Erfolg.
Copyright Dr. Kathrin Minck

